Pressemitteilung Lutherisches Einigungswerk (Werk der VELKD): Lutherischer Tag 2017

Pressemitteilung Lutherisches Einigungswerk (Werk der VELKD): Lutherischer Tag 2017

Leipzig. Am 21.06.2017 versammelten sich Vertreter verschiedener lutherischer Werke sowie zahlreiche Gäste zum „Lutherischen Tag“, der jährlich vom Lutherischen Einigungswerk (Werk der VELKD) organisiert wird. Aus Anlass des 150-jährigen Bestehens wurde im 500. Gedenkjahr der Reformation ein festlicher Gottesdienst gefeiert.

Die Predigt hielt Bischof Dr. Carsten Rentzing (Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens). Christus sei „Maß und Mitte“ der Lehre der lutherischen Kirche und das mache sie notwendig. Die in der Schrift und Bekenntnis bekannte Realpräsenz Christi im Abendmahl, und somit in der Mitte des Gottesdienstes und des kirchlichen Lebens, sei das besondere Charisma der lutherischen Kirche.

In einem anschließenden Grußwort benannte Bischof Mameo von der Lutherischen Kirche Tansanias die Versammlung als eines der wenigen „Glutnester des Glaubens“ in den Kirchen der Nordhalbkugel. Bischof Voigt (Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche) bekräftigte den Wunsch nach einer Einigung der lutherischen Kirchen durch das gemeinsame Bekenntnis.

Am Nachmittag referierte Prof. Dr. Wolfgang Sommer aus Neuendettelsau über das Kirchenverständnis Martin Luthers und dessen Bedeutung für die heutige Kirche. Dabei forderte er insbesondere eine Wiederentdeckung der reichen spirituellen Tradition der lutherischen Kirche sowie größere Anstrengungen, das lutherische Bekenntnis in den Gemeinden bekannt und verständlich zu machen.

Dieses Anliegen sowie die Sammlung der bekennend-lutherischen Christen in den verschiedenen Kirchen vertritt das Einigungswerk seit 150 Jahren. Auch in Zukunft will es eine Plattform für den Austausch und das Gespräch bieten. Der nächste Lutherische Tag ist also schon fest im Blick.

Leipzig, 26.06.2017


Press release of the Lutheran Unity Society (formerly the General Evangelical Lutheran Conference): Lutherischer Tag 2017

Leipzig. Representatives of different Lutheran Societies as well as numerous guests gathered on the 21.06.2017 to take part in “Lutherischer Tag”, a conference held annually by the Lutheran Unity Society. To celebrate the 150th anniversary of the organization a festive service was held in St. Nicolai church.

Bishop Carsten Rentzing of the Lutheran church of Saxony preached the sermon. Christ is “the center and measure” of the teaching of the Lutheran church and only from him it draws its importance. His real presence in the Lord’s Supper and thus in the center of the life of the church itself, confessed in scripture and the confessions, is the special charisma of the Lutheran church, he said.

In an address following the service Tanzanian Lutheran Bishop Mameo called this gathering one of the few “nests of glowing coals of faith” in the churches of the northern hemisphere. Bishop Voigt (Independent Evangelical Lutheran Lutheran – SELK) affirmed the desire for bringing the Lutheran Churches together through their common confession.

The afternoon saw Prof. em. Dr. Wolfgang Sommer of Neuendettelsau give a lecture on Luther’s ecclesiology and its importance for the church today. He especially pleaded for a rediscovery of the rich contemplative tradition of the Lutheran Church as well as for greater efforts to make the Lutheran Confessions know and understandable to congregations again.

This plea along with the gathering of confessional Lutheran Christians from the different Lutheran churches has been the task and call of the Lutheran Union Society for 150 years. In future it will continue to seek to be a platform for exchange, cooperation and teaching. The next “Lutherische Tag” is already being planned.

Leipzig, 26.06.2017

Grußwort zum Reformationsjubiläum (“Stimme der Väter” im Weihnachtsrundbrief 2016)

Professor Christoph Ernst Luthardt – einer der Väter des Einigungswerkes und Schirmvater des Jubiläumstages – grüßt und unterbricht die Kirche mitten in ihrem beschäftigten Reformationsjubiläum  mit seinen Gedanken aus dem Jahr 1880:

 
„Um mich, um meine Seele und Seligkeit handelt es sich und wird es sich einst handeln im jüngsten Gericht; da kann kein anderer, auch nicht die Korporation der Kirche für mich eintreten; sondern Christus muss m e i n Heiland sein und seines Heils mich persönlich teilhaftig und gewiß gemacht haben. Das ist der Fortschritt der Reformation in der Entwicklung des religiösen Geistes in der Kirche: diese persönliche Wendung welche dem objektiven Heil gegeben wurde. Es ist das Recht der Subjektivität, dessen Zeitalter damals eröffnet wurde. Seitdem setzt sich das Prinzip der Subjektivität auf allen Gebieten durch, wie auf dem religiösen so auf dem allgemeinen geistigen, sittlichen, politischen, sozialen. […]
Daraus erklärt es sich denn auch, wie der Rationalismus dazu kommen kann, sich für die Fortsetzung und Vollendung der Reformation auszugeben. […] Und noch heute versteht man vielfach unter Protestantismus diese unbedingte Freiheit des einzelnen, sich seinen Glauben in der Schrift selbst zusammenzusuchen, oder schließlich auch ohne die Schrift sich seinen Glauben zu bilden und sich von der Authorität der Schrift und der kirchlichen Lehre zu dispensieren und dabei doch – oder eben darum – ein guter Protestant zu sein. Aber so hatte es Luther nicht gemeint, das war ihm nicht in den Sinn gekommen, eine solche unbeschränkte Freiheit zu predigen und sie zur Grundlage der Kirche zu machen […].
Aber auch für den einzelnen fiel es ihm nicht ein, eine solche Freiheit zu lehren, vermöge derer jeder selbst nach Gutdünken die Schrift deuten und kritisieren und sich zum Richter über die Wahrheit aufwerfen kann. Seine Meinung war nicht, dass der einzelne und seine Vernunft Quelle und Norm der Wahrheit sein solle – nichts lag ihm ferner – vielmehr sollte er Empfänger der Wahrheit sein. Die Wahrheit solle sein persönlicher Besitz und seine persönliche Gewißheit aber nicht sein individuelles Erzeugnis sein. Vielmehr Quelle und Norm der Wahrheit war ihm die göttliche Offenbarung, die ihre Urkunde und ihr Zeugnis in der Schrift hat. Ihr ist der einzelne untergeordnet, nicht übergeordnet. S i e ist Richterin und Authorität, nicht der Mensch.

Wenn Luther sich auf sein Gewissen beruft, so war es sein im Wort Gottes gebundenes Gewissen, also im Grunde dieses Wort Gottes selbst, auf das er sich berief. […]Er kannte kein Recht des Subjekts, außer in der Unterordnung unter die höhere Autorität der göttlichen Wahrheit, deren Offenbarerin ihm allein das Wort Gottes und deren Bewahrerin ihm die Kirche war. Das also war die Subjektivität der Reformation, eine ganz andere als die Subjektivität des modernen Rationalismus, dessen Grundsatz somit zwar an die Reformation anknüpft, aber die Entstellung der Reformation ist.“
Prof. Christoph Ernst Luthardt, „Vorträge über die modernen Weltanschauungen“, gehalten zu Leipzig im Winter 1880, S. 29 ff.

Vortragsreihe über die Bekenntnisschriften der Lutherischen Kirche in Leipzig

Gern weisen wir auf folgende Veranstaltungen hin:

Die Ev.-Luth. Nathanaelkirchgemeinde Leipzig lädt aus Anlass des 500. Jubiläums der Reformation ein zu einer Vortragsreihe v.a. über die Bekenntnisschriften der Lutherischen Kirche (BSLK) und zu einem Gottesdienst.

 

Thema Termin Referent
     
Einführung in die BSLK 12.01. 2017 Pfr. Dr. Armin Wenz

Gemeindepfarrer der ev.-luth. Kirchgemeinde Sankt-Maria-Magdalena Halle

Kleiner und Großer Katechismus 09.02. 2017 Pfr. Dr. Gottfried Herrmann

Dozent für Kirchengeschichte am Lutherischen Theologischen Seminar Leipzig, früher Jugendpfarrer in Sachsen

Augsburger Bekenntnis und seine Apologie 23.03. 2017 Rev. Dr. Christopher S. Ahlman

Gemeindepfarrer aus den USA, seit 2013 als Missionar in Leipzig und in Russland tätig

Schmalkaldische Artikel und

Über die Macht und die Vorrangstellung des Papstes

27.04. 2017 Dr. Werner Führer

Theologischer Referent, OKR i.R. der Ev.-luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe

Konkordienformel 18.05. 2017 Pfr. Markus Fischer

Gemeindepfarrer der Leipziger Ev.-luth. Sankt Trinitatisgemeinde

Lutherische Liturgie 01.06. 2017 Pfr. Christian Lehnert

wissenschaftlicher Geschäftsführer im Liturgiewissenschaftlichen Institut der VELKD in Leipzig,

davor Gemeindepfarrer in Sachsen, Schriftsteller

     
Lutherischer Gottesdienst, teilweise in Latein 07.06. 2017

18.00 Uhr Nathanaelkirche

Pfr. Sebastian Führer

Gemeindepfarrer der Ev.-luth. Nathanaelkirchgemeinde Leipzig

 

Die Vorträge finden statt im Gemeindehaus, 1. OG, Rietschelstr. 12, 04177 Leipzig.

Beginn 20.00 Uhr

Der Vortrag dauert ungefähr eine Stunde. Danach ist Zeit für Rückfragen und Gespräche.

Eintritt frei, Spenden erbeten

Wir feiern Geburtstag!

Aufgrund des 150jährigen Bestehens des Lutherischen Einigungswerkes (Werk der VELKD)/ der Allgemeinen Evangelisch-Lutherischen Konferenz laden

Lutherisches Einigungswerk · SELK · Gesellschaft für Innere und Äußere Mission · KSBB Bayern · KSBB Westfalen · KSBB Nordkirche · Lutherischer Konvent im Rheinland · Martin-Luther-Bund in Sachsen

herzlich ein zum

Jubiläumstag der Evangelisch-Lutherischen Konferenz

am Mittwoch, 21. Juni 2017 in Leipzig

Thema:

„Die bleibende Bedeutung der lutherischen Reformation“

 

1867 gründete sich die Allgemeine Evangelisch-Lutherische-Konferenz (seit 1923 Lutherisches Einigungswerk) in Hannover mit dem Ziel, Lutheraner aller Vereinigungen und “Stämme” um Wort und Sakrament – gemäß CA7 – und die Lutherischen Bekenntnisschriften zu sammeln und zu stärken.

Aus diesem Anlass laden wir mit vielen befreundeten Organisationen zu unserer Jubiläumskonferenz am 21. Juni zum Bußgottesdienst, akademischen Vortrag und zur anschließenden Versammlungskonferenz nach Leipzig ein.

 

Programm:

11.00 Uhr Bußgottesdienst unter dem Thema: CA7 – die Merkmale der Kirche

13.00 Uhr Referat: „Das Kirchenverständnis Martin Luthers und die Kirche von Heute und Morgen“, Dr.                          Wolfgang Sommer, Neuendettelsau

 

 

Ort des Gottesdienstes: Stadtkirche St. Nikolai.

Ort der weiteren Konferenz: Hörsaal 8 im Hörsaalgebäude der Universität Leipzig (am Augustusplatz)

Bereits anmelden können Sie sich hier.

 

 

“Stimme der Väter” im Weihnachtsrundbrief 2014

„Sicher ist bisher nur, daß in und durch ,DDR 1949 bis 1989‘ sich eine ziemlich unionistische evangelische Theologie und Kirche herausgebildet hat, die in Zukunft daraus politisches Kapital schlagen kann, daß ohne den riskanten Einsatz evangelischer Pastoren, Gemeinden und Kirchenleiter die im Herbst 1989 erzwungene Veränderung des öffentlichen Lebens in der DDR nicht erfolgt wäre.

Diese Veränderung ist allgemein-menschlich, staatsbürgerlich und auch als für das kirchliche Ansehen in Gesellschaft und Staat nützlich zu würdigen. Aber sie ist – wie jede
Vermischung von weltlichen und geistlichen Anliegen – doppeldeutig. Preces et lacrimae arma ecclesia sunt. (‚Gebete und Tränen sind die Waffen der Kirche‘) Daran wird sich heute und morgen entscheiden, ob die Kirchen hier ihrem geistlichen Wesen gemäß gehandelt haben. Sofern sie allein gewaltlose und leidensbereite Demonstrationen der entmündigten und selbstverantwortlichen Bürger unterstützen, haben sie geistlich entschieden.

Voraussichtlich werden wir bald eine Konjunktur des ‚evangelischen‘ Zeitgeistes in den DDR-Landeskirchen zu gewärtigen haben, die sich in den Kirchen der westdeutschen EKD und im protestantischen Ausland auswirken wird. Der mutige Einsatz der ev. Kirchen in Ulbrichts und Honeckers DDR für das humanum, für die verweigerten und unveräußerlichen bürgerlichen Grundrechte in einem auf Helsinki 1975 verpflichteten Gemeinwesen, kann als geistlich berechtigt und erforderlich beurteilt werden.

Es bleibt aber die Rückfrage, ob diese Politisierung der Kirche im Sozialismus nicht geistlich negative Folgewirkungen auf die Kirche Jesu Christi als den die Welt transzendierenden Offenbarungsort des Dreieinigen Gottes nach sich ziehen muss. In allen Lagen muss Kirche Kirche bleiben, sonst nimmt sie geistlich Schaden. Eine solche kritische Rückfrage an die Kirchen in der DDR ist angesichts historischer Erfahrungen und aufgrund der herkömmlichen Friedfertigkeit von Deutschen mit leidvoller Lebenserfahrung nicht unbegründet. Jedenfalls müssen wir uns darauf einstellen, daß der ‚evangelische‘ Zeitgeist in Ost und West noch mehr als bisher die kirchlich-theologische Meinungsbildung beeinflussen wird.“

August Kimme, 1950 – 1960 Generalsekretär des Luth. Einigungswerkes, bis 1981 Vizepräsident. Vorwort zu seiner Veröffentlichung „Um lutherische Kirche und Mission“, © 1990 im Eigenverlag

Votum “Kann die EKD Kirche werden”

Das nachfolgende Votum wurde von der Versammlung des Lutherischen Tages 2015 nach eingehender Diskussion verabschiedet.

Votum „Kann die EKD Kirche werden?“

Seit 1945 gibt es Bemühungen, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) nicht nur als einen Bund (1948) bzw. eine Gemeinschaft (1990) von lutherischen, reformierten und unierten Kirchen anzusehen, sondern als eine einheitliche evangelische Kirche. Die dahin gehenden Forderungen werden immer wieder von den unierten Landeskirchen, d. h. der Evangelischen Kirche der Union bzw. der Union Evangelischer Kirchen, erhoben. Dieser Meinung schließen sich die reformierten Kirchen an. Für beide nehmen die überlieferten reformatorischen Bekenntnisschriften keinen wesentlichen Rang ein. Sie sind davon überzeugt, dass  die Bekenntnisschriften nur Geltung beanspruchen können, insofern (quatenus) sie mit der Heiligen Schrift übereinstimmen, in den lutherische Kirchen gelten die Bekenntnisschriften aber, weil (quia) sie mit der Heiligen Schrift übereinstimmen. Wohl sind sie stets an der Heiligen Schrift als einig Richter, Regel und Richtschnur zu prüfen, gerade darum sind sie kurze, runde Bekenntnisse, welche für den einhelligen, allgemeinen christlichen Glauben und Bekenntnis der rechtgläubigen und wahrhaftigen Kirche zu halten sind. Sie sind allein Zeugnis und Erklärung des Glaubens (FC-Ep., Vom summarischen Begriff, Nr. 7). Vor allem ist das Augsburger Bekenntnis von 1530 verbindlich.

Der immer wieder vorgebrachte Einwand, dass durch den Kirchenkampf in der Zeit des Nationalsozialismus die reformatorischen Kirchen zusammengeführt worden seien und die 1934 verfasste Barmer Theologische Erklärung als Bekenntnisgrundlage einer einheitlichen evangelischen Kirche genüge, ist falsch. Sie stellt zwar ein gemeinsames aktuales Bekenntnis gegen die Irrlehren der damaligen Zeit dar, aber zu wesentlichen Glaubensaussagen (Dreieinigkeit, Sakramente, Letzte Dinge u. a.) sagt sie nichts aus. Auch die Leuenberger Konkordie von 1973 will wohl Grundlage einer Kirchengemeinschaft der ihr zustimmenden Kirchen sein, ist aber auch auf Widerspruch gestoßen. Beide Erklärungen sind wohl wichtige theologische Dokumente (EG 809) ihrer Zeit, aber sie stellen keine tragfähige Bekenntnisgrundlage für ein Kirche-Sein der EKD dar. Sie verweisen vielmehr ausdrücklich auf die überlieferten Bekenntnisschriften und sind selbst keine Bekenntnisschriften.

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands hat immer wieder erklärt, dass sie Kirche im Vollsinn des Wortes sei, weil sie eine einheitliche Bekenntnisgrundlage hat. Sie denke nicht daran, sich in eine uneinheitlich lehrende und bekennende Evangelische Kirche in Deutschland aufzulösen. Vor allem die Tatsache, dass die unierten und reformierten Landeskirchen nicht bereit sind, das Augsburger Bekenntnis von 1530 als Lehrgrundlage der EKD zu akzeptieren, erweist, dass eben eine tragfähige theologische Grundlage für eine einheitliche Evangelische Kirche in Deutschland nicht gegeben ist. Ihre Ablehnung des Augsburger Bekenntnisses als Lehrgrundlage zeigt, dass die Lehrunterschiede für sie so gravierend sind, dass wohl ein Bund evangelischer Kirchen möglich ist, aber nicht mehr. Gerade auch die harten Auseinandersetzungen der letzten Jahre, die zwar in mancher Hinsicht quer durch die bekenntnisbestimmten evangelischen Kirchen in Deutschland gehen, unterstreichen die Bedeutsamkeit der Lehrunterschiede.

Es ist nicht zielführend, immer neu Kommissionen zu bilden, die die Voraussetzungen für eine einheitliche evangelische Kirche in Deutschland herbeiführen bzw. feststellen sollen. Die Übereinstimmung in der Wahrheit der wesentlichen Lehrfragen ist erforderlich. Diese Übereinstimmung in der rechten Lehre des Evangeliums und in der rechten Verwaltung der Sakramente ist, gemäß Artikel VII des Augsburger Bekenntnisses, dann aber auch ausreichend zur wahren Einheit der Kirche.

Wir können nicht akzeptieren, dass, wie es die Kundgebung der VELKD „Theologische Position der VELKD zur Weiterentwicklung des Verbindungsmodells“ in These 1 aussagt, „die gestaltete Vielfalt des Protestantismus (ist) eine evangeliumsgemäße Ausgestaltung der Kirche Jesu Christi auf Erden“ ist, denn damit würden die Frage nach der Wahrheit und damit die Lehrunterschiede bagatellisiert. Dagegen unterstreichen wir, dass die Leuenberger Konkordie „nicht in den Status eines neuen (Unions-)Bekenntnisses erhoben werden“ soll (These 2). Da sich aber für uns die Wahrheitsfrage der Bekenntnisschriften stellt, weisen wir den Satz zurück: „Die EKD sollte keines der reformatorischen Bekenntnisse privilegieren und in ihre Grundordnung aufnehmen“. Jedenfalls ist ohne eine einheitliche Bekenntnisgrundlage die EKD keine Kirche. Sie kann darum nicht (so These 4) „als communio ihrer Gliedkirchen selbst Kirche“ sein, denn das entspräche einem rein quantitativen, einem soziologisch-ökonomischen und keinem qualitativen, theologischen Kirchenbegriff. Sie kann also nicht als Kirche theologische Aufgaben übernehmen. Ihre Grundordnung kann darum nicht in dem Sinne erweitert werden, dass sie ihr Kirche-Sein explizit formuliert.

Eine EKD, die keine Bekenntnisgrundlage hat, ist ökumenisch nicht gesprächsfähig. Sie kann kein Partner im globalen ökumenischen Dialog sein. Sie kann ohne Bekenntnisgrundlage nicht verbindlich sprechen, weil letztlich in ihr jeder glauben kann, was er will.

Verabschiedet Leipzig, den 27.05.2015

Reihe “Lutherisch Glauben”

Die bleibende Bedeutung der Lutherischen Reformation, hrsg. v. Karl-Hermann Kandler, [Lutherisch glauben, 9], Neuendettelsau: Freimund, 2018.

Der Lutherische Tag 2015 stand unter dem Thema „Das Christusbekenntnis der Konkordienformel und seine Bedeutung für die Kirche“. Das Thema im Jahr 2016 lautete: „Das Wort ward Fleisch – Johannes 1, 14“ und für das Jahr 2017 „Das Kirchenverständnis Martin Luthers und die Kirche von heute und morgen“. Als Dokumentation der lutherischen Tage 2015, 2016 und 2017 ebenso wie als Erinnerung an die Grundlagen unserer Arbeit widmet sich die Publikation der bleibenden Bedeutung der Reformation.

Dr. András Reuss, Theologieprofessor i. R. in Budapest, Die Christologie der Konkordienformel

Dr. Werner Führer, Oberkirchenrat i. R., Bückeburg, Das Wort ward Fleisch – Bibelarbeit zu Joh. 1, 14

Dr. Wolfgang Sommer, Professor i. R. für Kirchen- und Dogmengeschichte, Neuendettelsau: Das Kirchenverständnis Martin Luthers und die Kirche von Heute und Morgen

Dr. Theodor Kliefoth (1810-1895), zuletzt Oberkirchenratspräsident, Schwerin, Was fordert CA VII hinsichtlich des Kirchenregiments der lutherischen Kirche?

Das Heft kann hier bestellt werden.

 

Schriftverstädnis und Missionsauftrag, hrsg. v. Karl-Hermann Kandler, [Lutherisch glauben, 8], Neuendettelsau: Freimund, 2015.

Der Lutherische Tag 2013 stand unter dem Thema „Das lutherische Verständnis der Heiligen Schrift“. Das Thema im Jahr 2014 lautete: „Der missionarische Auftrag der Kirche“.

Johannes Junker, D.D., D.D., Pastor und Missionsdirektor i. R., geb. 1932. Studium der Theologie: Missionsseminar Bleckmar, Lutherische Theologische Hochschule Oberursel, Missionar unter Zulu in Südafrika, Gemeindepfarrer in Hagen, erster Geschäftsführender Kirchenrat der SELK und Missionsdirektor der Lutherischen Kirchenmission (Bleckmarer Mission), Herausgeber der LUTHERISCHEN BEITRÄGE.

Dr. habil. Markus Piennisch, geb. 1963, ist Mitbegründer und Rektor der EUSEBIA School of Theology sowie Herausgeber der Reihe STUTTGARTER THEOLOGISCHE THEMEN (STT). Internationale Lehrtätigkeit in Systematischer Theologie, Hermeneutik und NT an theologischen Seminaren und Universitäten in Südostasien, Ostafrika und Europa.

Dr. Carsten Rentzing, Studium der Theologie in Berlin, Frankfurt a.M. und Oberursel. 2001 Promotion über die „Rede vom Bösen bei Karl Barth und Martin Luther“ an der Universität Leipzig. Pfarrer der Evang.-Luth. Landeskirche Sachsens von 1999-2010 in Annaberg-Buchholz, seit 2010 in Markneukirchen.

Peter Stuhlmacher, geb. 1932 in Leipzig, Studium der Evangelischen Theologie in Tübingen und Göttingen. Kirchendienst und Ordination in der Evangelischen Kirche in Württemberg. Promotion und Habilitation für Neues Testament in Tübingen. 1968-1972 ordentl. Professor für Neues Testament in Erlangen, 1972-2000 in Tübingen.

 

Sind wir noch Kirche Jesu Christi?, hrsg. v. Karl-Hermann Kandler, [Lutherisch glauben, 7], Neuendettelsau: Freimund, 2012.

  • Herzer, Jens, Für uns gestorben? Die Deutung des Todes Jesu im Neuen Testament als hermeneutische Herausforderung.
  • Bayer, Oswald, Christus für uns. Die Heilsbedeutung des Todes Jesu für die Sendung der Kirche.
  • Schmidt, Günter R., Die Kennzeichen der Kirche.
  • Samraj, Christian, Wie urteilen die Kirchen, die aus unserer Missionsarbeit hervorgegangen sind, über unsere Kirche?

Kurzbeschreibung (Freimund-Verlag):

Der Lutherische Tag 2011 war dem Thema gewidmet “Ist Christus für uns gestorben – oder?” Es ging also um die Frage nach der Heilsbedeutung des Kreuzestodes Jesu Christi, die zwar im ganzen Neuen Testament bezeugt wird, aber von einigen Theologen bestritten wird. Das Thema des Lutherischen Tages 2012 “Sind wir noch Kirche Jesu Christi?” war herausgefordert durch die Neufassung eines Pfarrerdienstgesetzes durch die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland und der damit verbundenen Frage, ob homosexuelle Partnerschaften von Pfarrern durch entsprechende Wohngemeinschaften in Pfarrhäusern ermöglicht werden sollen.

 

 

heft6Das Bekenntnis der Kirche zu Fragen von Ehe und Kirche, hrsg. v. Karl-Hermann Kandler, [Lutherisch glauben, 6], Neuendettelsau: Freimund, 2011.

  • Slenczka, Reinhard, Der Mensch – von Gott zur Ehe geschaffen!
  • Schillhahn, Wolfgang, Christliche Lebensführung in Ehe und Familie
  • Zimmerling, Peter, Die Bedeutung der Einzelbeichte für die reformatorische Rechtfertigungslehre
  • Knuth, Hans Christian, Kirche – Sozialstation oder Heilsstation
  • Klän, Werner, Was machen wir aus Luther?
  • Kandler, Karl-Hermann, Wahre oder falsche Kirche?
  • Dodoma-Erklärung

 Kurzbeschreibung (Freimund-Verlag):

In diesem Heft von “Lutherisch glauben” werden die Vorträge der beiden Lutherischen Tage von 2009 und 2010 veröffentlicht. 2009 ging es um das Thema “Die Ehe – ein Auslaufmodell?”. Die Zahl der Ehen sinkt in Deutschland; so ist die Beschäftigung mit dieser Frage mehr als berechtigt.
Das ganz andere Thema des Lutherischen Tages 2010 lautete: “Kirche Luthers oder Kirche Lutherischen Bekenntnisses?” Ist dieses Thema wirklich ganz anders? Erscheint nicht die Kirche vielen Zeitgenossen gleichfalls ein Auslaufmodell zu sein? Und selbst innerhalb der Kirche ist für viele eine “Kirche Lutherischen Bekenntnisses” ein Auslaufmodell.
Das Verbindende beider Themen ist, dass es in allen Vorträgen darum geht, wie schriftgemäße und bekenntnisgebundene Theologie sich im heutigen Alltag auszuwirken hat.

 

 

heft5Amt – Ordination – Beauftragung, hrsg. v. Karl-Hermann Kandler, [Lutherisch glauben, 5], Neuendettelsau: Freimund, 2008.

  • Slenczka, Reinhard, Amt – Ordination – Beauftragung in historisch-theologier Sicht
  • Kelter, Gert, Amt – Ordination – Beauftragung in praktisch-theologischer Sicht
  • Wendebourg, Dorothea, Amt – Ordination – Beauftragung nach lutherischem Verständnis und im Rahmen der aktuellen Debatte


Kurzbeschreibung (Freimund-Verlag):

Amt – Ordination – Beauftragung, diesem Thema widmen sich die Beiträge des 5. Heftes der Schriftenreihe “Lutherisch glauben”.Was lehrt die evangelisch-lutherische Kirche vom geistlichen Amt und der Ordination? Irritationen hatten Verlautbarungen der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD) hervorgerufen. Im Blick auf die Prädikantenbeauftragung war ihnen eine ökumenisch unglaubwürdige Praxis und ein theologisch unklares Ordinationsverständnis vorgeworfen worden.
Die Autoren dieses Heftes halten daran fest, dass in der evangelisch-lutherischen Kirche öffentliche Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung nur durch Ordinierte ausgeübt werden können.

 

heft4

Das Mahl Christi mit seiner Kirche, hrsg. von Karl-Hermann Kandler [Lutherisch glauben, 4], Neuendettelsau, Freimund, 2006.

Beiträge von Joachim Ringleben, Jobst Schöne, Karl-Hermann Kandler.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

heft3

Das Christuszeugnis im interreligiösen Dialog, hrsg. v. Karl-Hermann Kandler, [Lutherisch glauben, 3], Neuendettelsau: Freimund, 2004.

  • Petzoldt, Matthias, Das Christuszeugnis im interreligiösen Dialog aus fundamentaltheologischer Sicht
  • Ringleben, Joachim, Der eine Gott und die vielen Religionen. Zum Verhältnis von Christentum und Islam auf dem Hintergrund des religiösen Pluralismus
  • Richter, Martin, Europa und das deutsche Staatskirchenrecht


Kurzbeschreibung (Freimund-Verlag):

Das Lutherische Einigungswerk hatte im Juni 2003 zum Dritten Lutherischen Tag nach Leipzig geladen. Drei Autoren gestalteten das Thema “Das Christuszeugnis im interreligiösen Dialog”. Matthias Petzoldt sieht im “interreligiösen Dialog” eine Zusammenfassung der “vielfältigen Gesprächsfäden, die zwischen den Religionen bestehen”. Joachim Ringleben widmet sich dem Thema aus dogmatischer Sicht: “Der eine Gott und die vielen Religionen”. Martin Richter setzt sich mit den Problemen auseinander, die mit der europäischen Einigung, speziell mit der Ausarbeitung einer europäischen Verfassung, im Zusammenhang mit dem Gesamtthema gegeben sind.

 

 

heft2“Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?” Das christliche Menschenbild angesichts moderner Genforschung, hrsg. v. Karl-Hermann Kandler, [Lutherisch glauben, 2], Neuendettelsau: Freimund, 2001.

  • Grundmann, Christoffer, “Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott” – in der Schöpfung
  • Petzold, Martin, “Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst? Mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt” – durch Christus
  • Schlichting, Wolfhart, “Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst? Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!” – in der Kirche
  • Schöne, Jobst, Die Evangelisch-Lutherische Kirche Lettlands. Ein Bericht
  • Schöne, Jobst, Töten und Lebendigmachen – Wie der Sünder zum Heiligen wird


Kurzbeschreibung (Freimund-Verlag):

Wie verhält sich das christliche Menschenbild zur modernen Genforschung? Wo liegen Freiheiten, wo die gottgesetzten Grenzen? Drei Autoren entfalten das Thema trinitarisch. Christoffer Grundmann setzt beim Schöpfungsglauben an. Martin Petzold geht vom Christusglauben aus. Wolfhart Schlichting betont, dass Menschsein sich im Letzten der Kirche Christi vollendet. Mit Luther betont er, dass der Mensch der Stoff sei, aus dem Gott dem neuen Menschen schafft, der in Christus schon real geworden ist. In den Beiträgen werden Argumente benannt, die in der Diskussion um die Gentechnik selten gehört werden.

 

 

heft1Die Autorität der Heiligen Schrift für Lehre und Verkündigung der Kirche, hrsg. v. Karl-Hermann Kandler, [Lutherisch glauben, 1], Neuendettelsau:Freimund, 2000.

  • Ringleben, Joachim, Die Bibel als Wort Gottes
  • Bayer, Oswald, Neuer Geist in alten Buchstaben
  • Slenczka, Notger, Die Schrift als “einige Norm und Richtschnur”

Kurzbeschreibung (Freimund-Verlag):

Der Schatz der Kirche sind die heiligen Schriften des Alten und Neuen Testaments in der Bibel. Wenn die Bibel aber „Heilige Schrift“ ist, worin besteht dann ihre Heiligkeit? Hat Gott ihren Wortlaut diktiert? Oder ist sie Menschenwort und nur dies, also nur historisch zu verstehen? Wird sie entheiligt, wenn sie Objekt wissenschaftlicher Untersuchungen wird? Ist sie nun von Gottes Heiligem Geist eingegeben oder nicht? Die Autoren geben Antwort auf die Frage nach der Autorität der Heiligen Schrift für Lehre und Verkündigung der Kirche und wie sie denkerisch verantwortet zu verstehen ist.