Wir feiern Geburtstag!

Aufgrund des 150jährigen Bestehens des Lutherischen Einigungswerkes (Werk der VELKD)/ der Allgemeinen Evangelisch-Lutherischen Konferenz laden

Lutherisches Einigungswerk · SELK · Gesellschaft für Innere und Äußere Mission · KSBB Bayern · KSBB Westfalen · KSBB Nordkirche · Lutherischer Konvent im Rheinland · Martin-Luther-Bund in Sachsen

herzlich ein zum

Jubiläumstag der Evangelisch-Lutherischen Konferenz

am Mittwoch, 21. Juni 2017 in Leipzig

Thema:

„Die bleibende Bedeutung der lutherischen Reformation“

 

1867 gründete sich die Allgemeine Evangelisch-Lutherische-Konferenz (seit 1923 Lutherisches Einigungswerk) in Hannover mit dem Ziel, Lutheraner aller Vereinigungen und “Stämme” um Wort und Sakrament – gemäß CA7 – und die Lutherischen Bekenntnisschriften zu sammeln und zu stärken.

Aus diesem Anlass laden wir mit vielen befreundeten Organisationen zu unserer Jubiläumskonferenz am 21. Juni zum Bußgottesdienst, akademischen Vortrag und zur anschließenden Versammlungskonferenz nach Leipzig ein.

 

Programm:

11.00 Uhr Bußgottesdienst unter dem Thema: CA7 – die Merkmale der Kirche

13.00 Uhr Referat: „Das Kirchenverständnis Martin Luthers und die Kirche von Heute und Morgen“, Dr.                          Wolfgang Sommer, Neuendettelsau

 

 

Ort des Gottesdienstes: Stadtkirche St. Nikolai.

Ort der weiteren Konferenz: Hörsaal 8 im Hörsaalgebäude der Universität Leipzig (am Augustusplatz)

Bereits anmelden können Sie sich hier.

 

 

“Stimme der Väter” im Weihnachtsrundbrief 2014

„Sicher ist bisher nur, daß in und durch ,DDR 1949 bis 1989‘ sich eine ziemlich unionistische evangelische Theologie und Kirche herausgebildet hat, die in Zukunft daraus politisches Kapital schlagen kann, daß ohne den riskanten Einsatz evangelischer Pastoren, Gemeinden und Kirchenleiter die im Herbst 1989 erzwungene Veränderung des öffentlichen Lebens in der DDR nicht erfolgt wäre.

Diese Veränderung ist allgemein-menschlich, staatsbürgerlich und auch als für das kirchliche Ansehen in Gesellschaft und Staat nützlich zu würdigen. Aber sie ist – wie jede
Vermischung von weltlichen und geistlichen Anliegen – doppeldeutig. Preces et lacrimae arma ecclesia sunt. (‚Gebete und Tränen sind die Waffen der Kirche‘) Daran wird sich heute und morgen entscheiden, ob die Kirchen hier ihrem geistlichen Wesen gemäß gehandelt haben. Sofern sie allein gewaltlose und leidensbereite Demonstrationen der entmündigten und selbstverantwortlichen Bürger unterstützen, haben sie geistlich entschieden.

Voraussichtlich werden wir bald eine Konjunktur des ‚evangelischen‘ Zeitgeistes in den DDR-Landeskirchen zu gewärtigen haben, die sich in den Kirchen der westdeutschen EKD und im protestantischen Ausland auswirken wird. Der mutige Einsatz der ev. Kirchen in Ulbrichts und Honeckers DDR für das humanum, für die verweigerten und unveräußerlichen bürgerlichen Grundrechte in einem auf Helsinki 1975 verpflichteten Gemeinwesen, kann als geistlich berechtigt und erforderlich beurteilt werden.

Es bleibt aber die Rückfrage, ob diese Politisierung der Kirche im Sozialismus nicht geistlich negative Folgewirkungen auf die Kirche Jesu Christi als den die Welt transzendierenden Offenbarungsort des Dreieinigen Gottes nach sich ziehen muss. In allen Lagen muss Kirche Kirche bleiben, sonst nimmt sie geistlich Schaden. Eine solche kritische Rückfrage an die Kirchen in der DDR ist angesichts historischer Erfahrungen und aufgrund der herkömmlichen Friedfertigkeit von Deutschen mit leidvoller Lebenserfahrung nicht unbegründet. Jedenfalls müssen wir uns darauf einstellen, daß der ‚evangelische‘ Zeitgeist in Ost und West noch mehr als bisher die kirchlich-theologische Meinungsbildung beeinflussen wird.“

August Kimme, 1950 – 1960 Generalsekretär des Luth. Einigungswerkes, bis 1981 Vizepräsident. Vorwort zu seiner Veröffentlichung „Um lutherische Kirche und Mission“, © 1990 im Eigenverlag